Aufruhr am Tisch des Herrn: wer ist`s?

veröffentlicht 16.03.2026 von Markus Eichler, Ev Kirche Viernheim

Kunstvortrag über das Abendmahl mit Stefan Ackermann in der Friedenskirche erbringt 420 Euro für die Vesperkirche Mannheim

Gut besucht war die ökumenische Veranstaltung „Das Abendmahl in der Kunstgeschichte“ in der Friedenskirche am Abend des Wahlsonntags, 15. März. Kunsthistoriker Stefan Ackermann zeigte eindrucksvoll die Entwicklung der Darstellung des letzten Abendmahles in der Kunstgeschichte von der byzantinischen Spätantike bis zur Moderne. Wie ein roter Faden zog sich durch den Abend, wie die Person Judas in Jesu Ankündigung des Verrats die künstlerische Darstellung und das theologische Denken (etwa in der sogenannten “Allversöhnungslehre”) bewegte und wie die Künstler in ihrem Kunststil, inbesondere in der Darstellung der Personen und des Raums, aber auch der Farbwahl, Perspektive, Symmetrie sowie ganz konkret in der Ausgestaltung des Tisches selbst die berühmte Passionsszene jeweils umsetzten, weiterentwickelten und interpretierten - bisweilen auch in der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" (Bloch). 

Die Darstellung, so Ackermann, diente in der byzantinischen Spätantike eher der Veranschaulichung der Eucharistie (Kommunion der Apostel) als der historischen Erzählung, die Figuren waren kaum als Individuen dargestellt. Im Hochmittelalter bzw. Gotik sei Judas oft als einziger Apostel auf der anderen Seite des Tisches gemalt worden, um ihn als Verräter zu markieren. In der Frührenaissance seien Klösterwände als Ort der Kunst gewählt worden, um den Mönchen ein Spiegelbild ihres Mahls zu geben. In der Hochrenaissance habe Da Vinci mit seinem berühmten „Letztem Abendmahl“ den Fokus auf die Verratsankündigung gelegt. Mit Barock und Manierismus wurde die Szene immer chaotischer und emotionaler, bis sie in der Moderne schließlich immer subjektiver interpretiert wurde. 

Musikalisch gestaltet wurde der Abend am Flügel von Kantorenehepaar Sooyoung Kyoung und Jun Won Lee. Gemeindereferentin Dorothea Busalt und Pfarrer Markus Eichler lasen dazu passend biblische Texte aus der Passionsgeschichte. 

Am Ende der Veranstaltung wurde dazu eingeladen, für einen guten Zweck zu spenden, was die stolze Summe von 420 Euro für die Vesperkirche Mannheim erbrachte.